Du befindest Dich hier:

junge GEW Köln/LASS-NW > über uns > Archiv 2010 > Mit Meisners Segen in den Kugelregen

Mit Meisners Segen in den Kugelregen

Zum 34.mal: Soldatengottesdienst im KölnerDom

Soldatengottesdienst am 21.1.2010 im Kölner DomSoldatengottesdienst am 21.1.2010 im Kölner DomAm 21.Januar 2010 zelebrierte Kardinal Meisner im Dom, wie jedes Jahr seinen Soldatengottesdienst. Erwartet wurde eigentlich auch der Freiherr von und zu Guttenberg. Anders als in den vorherigen Jahren kam der oberste Kriegsherr in diesem aber Jahr nicht. Anscheinend war er wegen der mörderischen Kriegsführung der Bundeswehr ihn Afghanistan und der Kritik der evangelischen Kirche daran so stark unter Druck, dass er für die Propagandaveranstaltung der katholischen Konkurrenz keine Zeit hatte. In traditioneller Arbeitsteilung – der Herr fürs Grobe, die Dame fürs Besinnliche  -  kam die Gattin zur mentalen Aufrüstung im Kirchenraum.

Auch die Friedens- und antimilitaristische Bewegung war wie jedes Jahr wieder vor Ort.  Mehrere Gruppen, darunter die Junge GEW Köln hatten dazu aufgerufen.

Ca. 200 Leute zogen morgens um 8:30 vor den Dom und protestierten gegen den Krieg in Afghanistan und den Missbrauch der Religion zur Legitimierung von Kriegen. (Es gab auch Stimmen dahingehend: Nun ja, da kommt zusammen, was eh zusammengehört.)

In der Vergangenheit hatte der Kardinal den Kriegseinsatz der Soldaten ziemlich ungebrochen abgesegnet: „Einem Gott lobenden Soldaten kann man guten Gewissens Verantwortung über Leben und Tod anderer übertragen, weil
sie bei ihm gleichsam von der Heiligkeit Gottes mit abgesichert sind.“ „In betenden Händen ist die Waffe vor Missbrauch sicher.“ (Kardinal Joachim Meisner, gepredigt im Soldatengottesdienst 1996).

Während der Kölner Kardinal so Jahr für Jahr die Nato-Soldaten segnet, bleiben die Opfer der Militäreinsätze unerwähnt. So auch diesmal. Der Einsatz der Bundeswehr in Kundus, mit zig zivilen Opfern war kein Thema in der Predigt. Immerhin forderte Meisner in diesem Jahr, dass die Militärs den Einsatz von Waffen als letztes Mittel  genau prüfen sollten. Er reagierte damit eine zunehmende Stimmung der Kritik am „Einsatz im Hindukusch“. Die bundesdeutsche Bevölkerung lehnt laut ARD-Umfrage den Afghanistan-Krieg zu 69 Prozent ab.

Mit diesen und anderen Inhalten wurde Meisner bei seinem Einzug in den Dom empfangen. Bei seinem Einzug in den Dom wurde in einer Rede u.a. darauf hingewiesen:

2008 wurden laut Haushaltstitel im Etat der BRD 536 Millionen € für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ausgegeben. Mit dieser Summe könnte man hierzulande das gesamte Schüler-Bafög finanzieren. In Afghanistan könnte man mit diesen Mitteln wohl die gesamte Alphabetisierung bezahlen. Derzeit beträgt die Analphabetenquote unter Erwachsenen dort 76,5 Prozent. Sie hatte sich seit dem Kriegbeginn stark erhöht.

Sowohl bei seinem Einzug mit den betenden Soldaten als auch bei dem Auszug aus dem Dom nach zwei Stunden wurde er von den DemonstrantInnen mit Transparenten, Sprechchören und einer unermüdlichen Samba – Gruppe empfangen.  Meissner ließ sich wie jedes Jahr zu Beschimpfungen der DemonstrantInnen hinreißen.

Wir werden auch im nächste Jahr im Januar wieder da sein. Wir werden es auch dann nicht schaffen dem Humbug ein Ende zu machen. Dazu bedarf es mehr. Aber wer erst zur vierten Stunde Unterricht hat, oder gar frei hat an dem Tag, kann ja mal vorbeikommen. Es macht Spaß.

 

Reiner Schmidt (seit 40 Jahren Gewerkschaftsmitglied) „Bundeswehr wegtreten“

Die Bundeswehr dringt in alle zivile Bereiche ein, nicht nur in Kirchen. Zunehmend versucht sie in Schulen Fuß zu fassen. Aber da gibt es auch Gegenwehr von SchülerInnen und KollegInnen.

Am Dienstag, dem 9.Februar um 19 Uhr trifft sich die Initiative „Schule ohne Bundeswehr“ im Friedensbildungswerk, Obenmarspforten 7-11, 1.Stock

Es geht um die weitere Arbeit mit dem Aufruf „Schule ohne Bundeswehr“. Bisher unterstützen ihn die Junge GEW Köln, der GEW Stadtverband München und der Landesverband GEW.


weitere Infos zum Soldatengottesdienst

YouTube-Video vom Soldatengottesdienst 2009

Zurück