Besser.gleich! L-ego Tarifrunde 2009/10
GEW ruft für Dienstag, den 4. Mai 2010 zu Warnstreiks auf
Am 28. April fand die fünfte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften über die Entgeltordnung für Lehrkräfte statt. Nachdem die Arbeitgeber nicht bereit waren, vier grundlegenden Forderungen der Gewerkschaften zuzustimmen, beschloss die Bundestarifkommission der GEW am Abend, die angestellten Lehrerinnen und Lehrer im Westen zu Warnstreiks und im Osten zu Protestaktionen aufzurufen.
Lesen Sie im beigefügten Tarifinfo HuF (Hochschule-und-Forschung) der GEW, warum auch Lehrende an Hochschulen von den Tarifverhandlungen betroffen sind! Neben angestellten Lehrerinnen und Lehrern an Schulen sind von den unmittelbar Lehrkräfte für besondere Aufgaben (LfBA) an Hochschulen betroffen. Was die Gewerkschaften in den Verhandlungen für die Lehrkräfte für besondere Aufgaben durchsetzen, wird aber auch nicht ohne Auswirkungen für alle Lehrenden bleiben: Wenn die Lehrkräfte Verbesserungen durchsetzen, stärkt das die Ausgangslage der übrigen Lehrenden an Hochschulen.
Streikaufruf des GEW-Landesvorsitzender NRW, Andreas Meyer-Lauber:
Liebe Kollegin !
Die GEW ruft dich als tarifangestellte Lehrerin einer öffentlichen Schule des Landes Nordrhein-Westfalen auf, während der Unterrichtszeit am Dienstag, den 4. Mai 2010, ganztägig die Arbeit niederzulegen und am Warnstreik für eine bessere Eingruppierung im TV-L teilzunehmen.
Nur in dem Fall, dass die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in der Verhandlungsrunde am 28. April 2010 ihre Position verändern und wesentliche Zusagen zu unseren Forderungen verbindlich treffen, werden wir diesen Warnstreik absagen. Dazu kannst du dich auf der Homepage der GEW (www.gew-nrw.de) informieren.
Wir bitten dich, dich am Streiktag in einem der zehn Warnstreiklokale (siehe Anlage) einzufinden, dich in die Streikliste einzutragen und an der örtlichen öffentlichen Aktion teilzunehmen. Mit den Aktionen in zehn Städten des Landes NRW wollen wir - gemeinsam mit der dbb-tarifunion - unsere Forderungen unterstreichen:
- Die einheitliche Eingruppierung aller Lehrkräfte mit gleichwertiger Tätigkeit und Hochschulabschluss sowie Vorbereitungsdienst in EG 14.
- Die Beseitigung der unterschiedlichen Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern nach Schulformen und -stufen.
- Einen Qualifizierungsanspruch für alle nicht voll ausgebildeten Lehrkräfte oder einen Bewährungsaufstieg nach entsprechenden Berufsjahren.
Die GEW will Schluss machen damit, dass die Lehrkräfte für kleine Kinder ein kleines Gehalt bekommen. Wir wollen das Prinzip "Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit" in den Verhandlungen durchsetzen. Die Arbeitgeber wollen das nicht. Die GEW will für alle 200.000 angestellten Lehrkräfte einen Tarifvertrag zur Eingruppierung. Die Arbeitgeber wollen das nicht. Die GEW will die Benachteiligung von akademisch ausgebildeten Lehrkräften gegenüber anderen Akademikern (wie z. B. Juristen, Mediziner u. a.) im öffentlichen Dienst beenden.
Die Arbeitgeber wollen das nicht.
Deshalb werden in der ersten Maiwoche in zahlreichen Bundesländern Tausende von Kolleginnen und Kollegen auf die Straße gehen. Mit etwa 36.400 angestellten Lehrerinnen und Lehrern allein in NRW haben wir besonderen Einfluss auf die Tarifverhandlungen. Deshalb bitte ich dich, deine Kolleginnen und Kollegen für die Teilnahme am Warnstreik anzusprechen. Jede und jeder, der an diesem Tag in die GEW eintritt, bekommt sofort Streikgeld und
stärkt die Lehrerschaft in ihrem Kampf für einen Tarifvertrag zur Eingruppierung. Nur so können wir die lang andauernde Benachteiligung der Tarifbeschäftigten in den Schulen beseitigen.
Mit kämpferischen Grüßen
Andreas Meyer-Lauber (GEW-Landesvorsitzender NRW)

